Noras Besuch in Uganda 2026
- 18. März
- 4 Min. Lesezeit
Am 23. Februar 2026 ging es für mich los: Von München über Istanbul flog ich nach Entebbe. Als ich am Morgen in Uganda landete, wurde ich bereits von Shaban herzlich empfangen. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach Masaka, das etwa drei Autostunden südlich liegt.
Obwohl es noch früh am Morgen war, zog an uns bereits das pulsierende, geschäftige Leben von Kampala vorbei: Das rege Treiben der Händler am Straßenrand, die voll besetzten Busse und die Schulkinder in ihren bunten Uniformen, die sich auf den Weg zum Unterricht machten. Nach meiner Ankunft durfte ich für zweieinhalb Wochen ganz in dieses Leben vor Ort eintauchen. Meine To-do-Liste war lang, und ich habe direkt in den ersten Tagen losgelegt.

Einblicke in den Alltag und die Familien
Ein ganz besonderer Moment war ein Morgen, an dem ich drei unserer Kinder auf ihrem Schulweg begleiten durfte. Da ihr Weg zu Fuß ein bis zwei Stunden dauern würde oder es gesundheitliche Gründe erfordern, werden sie mit dem Motorradtaxi – dem sogenannten „Boda Boda“ – zur Schule gebracht. Bei dieser Gelegenheit durfte ich auch ihr Zuhause und ihre Familien kennenlernen.
Unter der Woche habe ich viele Pflegefamilien besucht. Da seit meinem letzten Besuch einige neue Kinder in unser Projekt aufgenommen wurden, war es mir ein großes Herzensanliegen, zu sehen, wo und wie sie aufwachsen und wer ihre Bezugspersonen sind. Shaban war bei all diesen Besuchen an meiner Seite und hat, wo es nötig war, geduldig von Luganda ins Englische übersetzt. Luganda ist die Sprache, die in der Region um Masaka gesprochen wird – insgesamt gibt es in Uganda über 40 verschiedene Sprachen! Englisch lernt man zwar verpflichtend in der Schule, wer diese aber nicht besuchen konnte, spricht oft nur die lokale Sprache.
Gelebte Inklusion im „Smiling Hearts Center“
An mehreren Tagen war ich zu Gast im Smiling Hearts Center. Das ist ein wunderbarer Ort für Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen, die keine Regelschuhe besuchen können. Hier werden sie liebevoll betreut und erlernen handwerkliche Berufe für ihre Zukunft.
Eines unserer OHOMA-Kinder verbringt dort jeden Tag. Es war tief beeindruckend zu sehen, wie sich die Jugendlichen dort gegenseitig unterstützen und wie absolute Inklusion im Alltag ganz natürlich gelebt wird.
Backen, Armbänder und Fußball:
Am Freitag nach der Schule ging es direkt backend weiter: Da das Smiling Hearts Center eine kleine eigene Bäckerei besitzt, haben wir dort mit ein paar Kindern leckere Muffins gebacken. Diese waren für den nächsten Tag bestimmt, an dem ein großes Treffen mit allen OHOMA-Kindern anstand.
Am Samstag versammelten sich schließlich alle Kinder bei Shaban im Garten. Ich hatte aus Deutschland und vor Ort in Uganda bunte Perlen und Bänder organisiert. Ein bis zwei Stunden lang saßen wir zusammen, und die Kinder gestalteten mit voller Begeisterung ihre eigenen, farbenfrohen Armbänder.
Danach hielt es niemanden mehr auf den Stühlen – es zog alle raus zum Fußballspielen! Dabei wurden sofort die gesponserten Trikots und die Fußbälle eingeweiht, die ich im Gepäck aus Deutschland mitgebracht hatte.
Girls' Day, Boys' Day und die Kunst des Fußballbauens
Da am 8. März der Weltfrauentag war, habe ich mich – angelehnt an Johannas tolle Aktion im Vorjahr – ganz exklusiv mit unseren Mädchen zu einem „Girls' Day“ getroffen. Wir hatten eine tolle gemeinsame Zeit.
Damit die Jungs nicht zu kurz kamen, gab es ein paar Tage später den „Boys' Day“. Die Jungs hatten eine besondere Überraschung für mich parat und zeigten mir stolz, wie man selbst einen robusten Fußball baut: Man benötigt dafür lediglich ein paar alte Plastiktüten, die fest zusammengeknüllt und anschließend mit Bändern und getrockneten Bananenblättern fest umwickelt werden. Das Ergebnis ist ein erstaunlich stabiler Ball – ein Exemplar durfte ich als ganz besonderes Souvenir mit nach Deutschland nehmen!
Natürlich habe ich in dieser Zeit auch die Musikschule besucht, in der unsere Mädchen am Ferienprogramm teilnehmen.
Zukunftsvisionen: Nachhaltigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe
Neben der Zeit mit den Kindern stand dieser Besuch auch im Zeichen unserer langfristigen Vereinsstrategie. Ich habe mich mit verschiedenen anderen Organisationen vor Ort getroffen, die ähnliche Arbeit leisten wie wir. Uns ging es vor allem darum, zu lernen, wie andere Projekte eigene Einkommensquellen in Uganda aufbauen, um sich langfristig finanziell selbstständig zu machen.
Die Ansätze waren sehr spannend: Einige Organisationen haben Land gekauft, um Kaffee, Früchte oder Gemüse anzubauen, dessen Erlös direkt zurück in die Projekte fließt. Andere vermieten Wohnungen oder sichern sich durch Nutztierhaltung eigene Einnahmen. Shaban und ich konnten hierbei spannende Ideen für die Zukunft von OHOMA sammeln. Als kleines Symbol für diesen Weg haben wir an einem Tag einen kleinen Kaffeebaum in Shabans Garten gepflanzt.
Fazit: Intensiv, wunderschön und viel zu kurz
Die zweieinhalb Wochen in Uganda vergingen wie im Flug. Es war wunderschön, die vertrauten Gesichter wiederzusehen, die Kinder, die ich schon kannte wiederzusehen und auch die neuen Kinder persönlich kennenzulernen, von denen Shaban mir bisher nur auf Fotos und in Videos berichten konnte.
Diese Reise hat uns viel neue Inspiration gebracht. Es ist schön live vor Ort zu sehen, dass eure Unterstützung genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird, und was unser Team vor Ort tagtäglich leistet.
Eines ist sicher: Der nächste Besuch wird definitiv nicht lange auf sich warten lassen!



















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